Meine Leidenschaft zu Schreiben

Wie man sich sicherlich denken kann, habe ich als Bloggerin eine Leidenschaft für das Schreiben. Hiermit meine ich nicht, sinnlose Wörter aneinanderreihen sondern Texte überlegen und Geschichten erzählen.

Leider weiß ich nicht genau, wie vielen Menschen es so geht, aber ich kann mir vorstellen einigen.

Dir zum Beispiel?

Kennst du das Kribbeln in den Fingern, wenn du eine Computertatstatur vor dir ansiehst? Kennst du dieses Verlangen, ein leeres weißes Blatt mit Buchstaben zu füllen? Und kennst du dieses geniale Gefühl, wenn dir eine Idee für eine neue Geschichte in den Kopf kommt?

Konntest du alle Fragen mit Ja beantworten? Dann kommen dir die folgenden Gedanken bestimmt auch bekannt vor. Ob nach dem Schreiben oder bereits vor dem Verfassen deiner neuen Idee: Weiterlesen

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Auslandssemester?

Eigentlich wollte ich heute unbedingt über das Drama mit meiner neuen Wohnung schreiben. Ich befinde mich nämlich mitten in einer WG-Neugründung und mit der neuen Wohnung, also mit Verwalterin und Vermieterin, gibt es schon seit einem Monat nur Chaos und Probleme.

ABER ich will wieder positiver leben, oder es zumindest versuchen. Deswegen möchte ich heute über einen Gedanken schreiben, der mir nicht mehr aus dem Kopf geht. Der mir zwar Angst macht, der mich aber auch mit Vorfreude und Aufregung erfüllt.

Wie die Überschrift schon verrät: Es geht um ein Auslandssemester.

Vor dem Studium war mir klar: Ich werde auf jeden Fall ein Semester im Ausland verbringen, nachdem das schon mit einem Freiwilligendienst im Ausland nicht geklappt hatte. Ich wollte mich sofort darum kümmern, das ganze soweit wie möglich planen. Doch wie das so ist, lässt man es dann doch schleifen. Mich haben aber auch die Partneruniversitäten nicht so überzeugt und bei der Recherche nach einer geeigneten Universität hat mich dann die Motivation verlassen, da es anscheinend schwierig ist, das ganze komplett alleine zu organisieren.
Aber ich hatte nur nach englischsprachigen Ländern geschaut. Weiterlesen

Jobsuche

Seit einer Stunde scrolle ich durch diverse Online-Jobportale. Je öfter ich weiter klicke und je mehr Stellenanforderungen ich mir durchlese, desto unmotivierter werde ich.

Es fängt jedes Mal gleich an. Ich träume von etwas, das ich mir leisten möchte. Eine neue coole Hose. Winterschuhe. Schminke. Ein teureres Geschenk für meinen Freund. Lindt-Pralinen für meine Mum. Einen Urlaub. Oder ich denke daran, dass ich ab dem nächsten Monat unglaublich viel Miete zahlen muss und meinen Eltern nicht noch mit Internet und GEZ-Gebühren auf der Tasche liegen will. Ich möchte mein eigenes Geld verdienen und auch ausgeben. Einen ersten Schritt in die Arbeitswelt machen. Erfahrungen sammeln. An meine Grenzen stoßen und sie ausdehnen. Nicht mehr in meiner kleinen behüteten Welt wohnen. Doch dafür muss mir jemand die Chance geben, einen Schritt in diese Richtung zu gehen. Ja, ich habe bisher noch in keinem Modeladen gearbeitet. Genauso wenig wie in jedem anderen Laden. Ich habe diese Erfahrung nicht, die zwar in der Stellenausschreibung nur als gewünscht ausgeschrieben wird, doch im Nachhinein eigentlich Pflicht ist. Dass ich total gerne mit Menschen in Kontakt trete und mich total darüber freuen würde, andere zu beraten, das kann ich noch so oft in mein Anschreiben schreiben. So lange die erwünschten Tätigkeiten mit keinem Wort in meinem Lebenslauf erwähnt werden, werde ich den Job nicht bekommen. Lädt das nicht zum Mogeln ein?
Gebt mir doch einfach eine Chance. Ich kann Sachen lernen. Irgendwann muss jeder einmal anfangen. In den meisten Jobs werden gute bis sehr gute Excel Kenntnisse vorausgesetzt. Es gibt Kurse dafür. Auch das kann man lernen. Woher soll ich diese Kenntnisse haben? Ich habe ja schließlich keinen Job und kein Geld, mir einen Kurs zu leisten. Selbst wenn ich das könnte fehlt mir im Nachhinein die praktische Erfahrung damit. Genauso wie photoshop. Man muss täglich mit solchen Programen abreiten, um sie zu beherrschen. Gebt mir eine Chance und Zeit. Nur Zeit, das hat kein Unternehmen mehr heutzutage.
Dann kommt hinzu, dass ich wegen meines Vollzeitstudiums gerade mal 10 Stunden die Woche arbeiten kann. Und das auch nur, wenn der Samstag inklusive ist.

Aber irgendwie ist es doch möglich. Es muss möglich sein. Ich werde einfach weiter jede Nacht nach Stellenanzeigen suchen und auch in der Stadt die Augen offen halten. Irgendjemand wird mir eine Chance geben. Oder?

Selbstwertschätzung

Endlich habe ich zusammen mit einer sehr guten Freundin eine Wohnung gefunden! Fehlte also nur noch der dritte Mitbewohner, das wir uns ein lockeres und lustiges WG Leben wünschen und nicht in einer zweier WG wohnen wollten.

Also hatten wir gestern und vorgestern ein WG Casting gemacht. Die Bewerber erzählten uns von ihnen, von ihrem Leben und von ihren Vorstellungen vom gemeinsamen Wohnen. Doch Fakten allene sagen wenig über die Person aus. Also habe ich versucht, mehr zu erfahren, tiefer zu gehen, spannende und einzigartige Geschichten zu entdecken. Denn diese sagen oft viel über einen Menschen aus. Wie ist er drauf? Was traut er sich zu? Was hat er schon cooles gemacht?

Ich habe auch Geschichten bekommen. Doch ich konnte keine Geschichten geben.

Natürlich wollten die Bewerber auch etwas über mich und meine Freundin erfahren. Wir studieren dasselbe und sind gleich alt. Da konnte ich schon einmal nichts anderes erzählen, als sie auch. Sie spielt Handball seit vielen Jahren und hat das natürlich immer erzählt. Diese Mannschaftssportart sagt viel über sie aus. Außerdem spielt sie auch noch Klavier. Auch davon konnte sie erzählen.
Dann wanderte der Blick zu mir und ich musste erzählen. Und ich wusste nicht was. Ich wusste es wirklich nicht. Momentan gibt es nichts, was mich auszeichnet. Nichts, bei dem ich mit 100 Prozent dahinter stehe. Nichts, auf das ich stolz bin von meinen jetzigen Taten.

Ich bin kein langweiliger Mensch. Ich gehe gerne raus, reise oft und habe schon viele Städte gesehen. Allerdings nur in Europa und die meisten in Deutschland. Das ist nicht interessant. Diese Städte sieht jeder irgendwann mal. Dann habe ich Showtanz gemacht. Viele Jahre. Das war es, worauf ich stolz war. Ich habe zwar meistens über die vielen Auftritte geschimpft und die weniger Zeit, die ich dadurch hatte, aber ich war auch Stolz, wenn ich erzählen konnte, dass ich so einen Großteil meiner Freizeit verbringe. Damit, auf der Bühne zu stehen und mein Können zu präsentieren.

Vor einiger Zeit habe ich in der Tanzschule Standart Tanzen gelernt, war sogar im Gold Kurs. Doch das ist auch mittlerweile zu lange her, um damit zu prahlen. Denn ich kann es bestimmt nicht mehr so gut.

Mein neuer Plan ist es, einen Studentenjob zu bekommen. Damit ich wenisgtens sagen kann, cih verdiene mein eigenes Geld. Darauf werde ich dann stolz sein.

Eine Sache ist mir dennoch gerade eingefallen, die mich glücklich macht und mich doch etwas bestätigt in meiner Persönlichkeit und die mir zeigt, so langweilig kann ich dann doch wieder nicht sein. Ich habe einige Freundschaften hier in der neuen Stadt geknüpft. Vor allem enge Freundschaften. Ich habe sie nicht nur direkt im Studium gefunden sondern auch beim Hochschulsport oder bei Seminaren, die ich an der Hochschule belegt habe. Jeder von ihnen macht mein Leben hier bunter. Und wenn ich erstmal in meiner neuen WG wohne, dann wird es sehr bunt. Dann fehlt eben nur noch ein Job.

Party

„Bist du auch heute Abend eingeladen?“, die Frage stellte mir eben meine Kommilitonin. „Viel Spaß heute Abend, voll doof, dass ich nicht kann.“ Höre ich hinter mir die eine zur anderen sagen. Alle reden über die Party heute Abend von zwei Kommilitonen. Wir sind ein recht kleiner Studiengang. Durchaus überschaubar. Deswegen sind viele von uns eingeladen. Nur ich nicht.

Das kommt mir bekannt vor. Es gibt die Coolen, die bei allem dabei sind, und es gibt mich. Ich verstehe mich mit den Leuten. Bin aber nie bei irgendwas eingeladen, bei dem viele dabei sind.
So etwas tut weh und demotiviert mich mich sozial einzubringen. Fragen wie, was mache ich falsch? Was ist anders an mir? Warum bin ich nicht dabei? Warum ist meine Freundin eingeladen und ich nicht?
Mittlerweile sollte ich über so etwas drüber stehen können. Zu oft gab es diese Situationen. Ich bin eben eine Person, die ist eng mit wenigen befreundet und nicht weniger mit vielen. Das ist nun mal so und ich fahre gut damit. Große Gruppen mag ich sowieso nicht so gerne, ich gehe da zu sehr unter. Wenn ich mich dann auch noch nicht wohl fühle in der Gruppe, dann ist es noch schlimmer. Wenn ich nicht jede Person sehr gut kenne, wenn ich nicht weiß, dass mich die Leute mögen bin ich nervös und strenge mich an, dass sie mich mögen. Das ist stressig und tut mir nicht gut.
Also sollte ich ja eigentlich froh sein, dass ich nicht eingeladen bin. Es ist zeitlich sowieso nicht passend. Außerdem scheinen sie in einer Kellerbar zu feiern. Das bedeutet es ist eng und stickig. Und das letzte Mal als ich in einem kleinen Club tanzen war habe ich eine Panikattacke bekommen. Oder jedenfalls nah dran. Weil es so eng war und ich nicht mehr raus kam. Ich konnte mich nicht wehren, war in einer Gruppe drin und alle sind gesprungen. Das war schrecklich. Und neulich ist es mir wieder passiert. Ich kam aus einer Stuhlreihe nicht heraus, weil sich alle Stühle verkeilt hatten und es sehr eng war und ich sollte den Raum schnell verlassen. Dass ich nicht fluchtartig herauskam hat mich in Panik versetzt.

Naja, dann mache ich heute mal einen ruhigen Abend. Ich denke, es wird mir besser gehen als wenn ich feiern gehen würde auf dieser Party. Wo ich eh nicht eingeladen bin.

Zukunft?!

Es ist Ostern und für mich ging es mal wieder aufs Land zu meinen Eltern. Dort haben wir heute einen kleinen Osterspaziergang durchs Dorf gemacht und dabei konnte ich im Neubaugebiet neue Ein-Familien Häuser entdecken. Früher war das Ziel von vielen jungen Leuten klar: Ausbildung oder Studium, einen Job, eine Familie gründen und ein Haus bauen. So sollte das Zukunftsglück aussehen. Ein paar Glücksgefühle bekomme ich schon, bei dem Gedanken mit dem Baby auf dem Arm, Hand in Hand mit dem Partner über die Türschwelle des eigenen Hauses zu gehen. Alles ist so, wie du es ausgesucht hast. Es ist DEIN eigenes Heim, niemand sonst hat dort vor dir gewohnt.

Aber dann denke ich an den Alltagstrotz. Ein Haus ist anstrengend. Ist etwas kaputt kann man nicht einfach dem Vermieter Bescheid sagen. Man ist sein eigener Herr, damit kommt aber auch viel Arbeit auf einen zu. Ich merke schon, die Idee von einem eigenen Haus ist zwar am Anfang ganz schön, in etwa so, wie die ersten Schmetterlinge im Bauch, wenn man sich verliebt. Aber mit jedem Tag, den man länger dort wohnen bleibt, kommen mehr Probleme und verblasst das lückenlose Glücksgefühl.

Wie also stelle ich mir meine Zukunft vor? Das ist eine sehr gute Frage. Aber bevor ich an die Familienplanung und damit an ein gesetztes Leben denke, muss ich erstmal fertig studieren und die Welt bereise.

Bis dahin träume ich einfach nur von dem perfekten Leben im eigenen Haus, dass es wohl nie wirklich gibt.

Nadjenxo

#GermanWings – Flug

Ich kann es einfach nicht fassen, nicht verarbeiten. Ich weiß nicht wie ich mit der Trauer umgehen soll,  die sich regelmäßig in meine Gedanken schleicht. Es gab schon mehrere Flugzeug Unglücke und jedes hat mich traurig gemacht.  Doch noch nie ist es mir so nahe gegangen.  Noch nie hatte ich solche Gefühle beim Lesen der Berichte. Ein Schaudern überkommt mich, mein ganzer Körper steht unter Anspannung. Ich mag weinen und einfach nur begreifen wie das passieren konnte.  Doch jetzt, wo die ersten Erklärungen erschienen sind wird es nicht besser. Im Gegenteil. Es ist so schrecklich. So unglaublich schrecklich.  Ich weiß nicht,  wie ich diese Trauer bewältigen soll.
Warum dieses Grauen so sehr auf meine Nerven geht und warum ich jetzt einfach nur glücklich darüber bin, zu leben?  Ich selbst bin die Strecke schon oft geflogen.  Ich kann mich noch genau an den Blick auf die Alpen erinnern. Wie sie so unrealistisch auf mich gewirkt haben. Ich weiß noch, wie der Pilot über den Lautsprecher uns informiert hat wo wir gerade sind. Er war gut gelaunt und total locker. Und doch hat er die volle Verantwortung für uns alle.
Genau von einem Jahr bin ich diese Strecke geflogen.  Von Barcelona nach Deutschland.  Vor einem verdammten Jahr. Ich habe mich immer so sicher gefühlt beim Fliegen. Ich hatte Nervenkitzel.  Keine Angst.  Und jetzt?  Jetzt wird die Angst immer bei mir sein. Panik habe ich gerade.  Ich habe von einem Urlaub in Lissabon geträumt.  Bis mir jetzt klar wurde. Dahin muss ich fliegen.
Es ist einfach nur unfassbar was den Passagieren passiert ist. Ich hoffe so sehr für die Angehörigen man findet die Körper ganz.

Ich weiß,  es ist nicht das einzige Unglück dieser Welt bei der Menschen gestorben sind. Das sollten wir nicht vergessen. Immer wieder werden Menschen aus dem Leben herausgerissen. Und irgendwie müssen wir uns daran gewöhnen. Irgendwie mit der Trauer fertig zu werden.
Auch wenn der Tod im Alltag so nebensächlich ist, wenn man die ganze Zeit nur darauf hin arbeitet genug Geld zu haben um sich zu versorgen und die Zukunftsplanung immer im Kopf ist.

HELAU!!!

Fühlt ihr das auch? Dieses Kribbeln im Bauch, das Adrenalin, das langsam in dir hochsteigt…
Nein ich meine nicht den heutigen Valentinstag, obwohl der natürlich auch für ein Kribbeln sorgt, ich meine die Fastnacht!

Es ist wieder soweit, die Hochsaison der fünften Jahreszeit ist eingeläutet seit Donnerstag – Weiberfastnacht – sieht man überall nur gut gelaunte und Unsinn treibende Menschen. Auch mich hat das Fastnachtsfieber angesteckt und ich kann es kaum erwarten, am Montag wieder dem großen Umzug zuzusehen. Naja, wobei ich mich mehr auf die Party nach dem Umzug, mitten auf der Straße freue. So viele fremde Menschen kommen zusammen um Spaß zu haben und glücklich zu sein. Die Verkleidungen geben ein Gruppengefühl und der übermäßige Alkohol zerstört es wieder. Wie auch immer, wenn man es nicht übertreibt werden das lustige Tage!

Ich bin total der Fastnachter, da mein Hobby, Showtanz unmittelbar ja davon abstammt und ich hoffe, ihr könnt den Spaß auch genießen!

Also, HELAU!
(oder wie auch immer das bei euch in der Region heißt) :D

PS: Ich weiß, es ist ein sinnloser Post, aber ich wollte einfach nur mal meine Freunde an dieser sonderbaren Jahreszeit mit euch teilen ;) )

Einfach nur Gedanken loswerden…

Das kann doch nicht sein. Ich habe mir gerade das Knie an der Schreibtischkante gestoßen und fange an mit heulen. Klar, es tut weh, aber ich bin doch keine fünfjährige mehr die wegen jedem bisschen weinen muss. Okay. Es ist mehr. Sehr viel mehr. Gerade habe ich wieder mit Schrecken festgestellt, dass meine Heizung nicht mehr warm wird. Ich habe eben noch geschaut, ob sie funktioniert, bevor ich gelüftet habe. Jetzt sitze ich im ausgekühlten Zimmer und sie funktioniert nicht mehr. In meiner neuen WG habe ich eine Gasheizung, der riesige Kasten hängt im Flur und blinkt – Fehlermeldung. Im Internet habe ich dazu Verschiedenes nachlesen können. Von Lebensgefahr bis die Heizung hat sich von alleine ausgestellt. Das geht jetzt schon mehrere Tage so. Es ist ein Glücksspiel ob die Heizung geht oder nicht. Die Vermieter sind momentan nicht erreichbar, ihr Geschäft unten im Haus gönnt sich noch Winterferien. Eigentlich sollte die Heizung auch gewartet werden am 1.12. Meine Mitbewohnerin meinte, sie verschiebt den Termin. Weil keiner von uns im Hause war an dem Tag. Gestern habe ich bei den Kontrollblättern nachgesehen. Kein 2014 Kontrollblatt drin. Doch sie behauptet der Typ wäre da gewesen. Der Hausmeister hätte ihn rein gelassen. Na super. Wozu wohne ich in einer WG? Um angelogen zu werden? Um nur Vorwürfe an den Kopf geworfen zu bekommen? „Man muss doch nicht bei den 10 Sekunden auf dem Klo die Heizung im Bad anmachen!“ „Du vergisst jedes Mal das Licht auszumachen!“ „Warum wohnst du überhaupt hier?“ Nein, der letzte Vorwurf wurde nicht ausgesprochen. Aber das frage ich mich. Warum habe ich mir das angetan? Ich wollte unbedingt umziehen. Das Zimmer war groß und günstig. Die Lage ideal. Doch von Tag zu Tag haben sich Wohnung sowie Verhältnis zu den Mitbewohnerinnen immer mehr verschlechtert. Gestern ist es eskaliert. Ich will hier nicht mehr sein. Jeden Tag Tränen. Gesundheitliche Probleme, Appetitlosigkeit, Zweifel an mir selbst, ob ich einfach WG-untauglich bin. Enttäuschung von der einen Mitbewohnerin, der ich bisher vertraut habe und der ich mich geöffnet habe. Ich schreibe demnächst Prüfungen, kann mich in dieser Wohnung aber einfach nicht zum Lernen bekommen. Wie soll man auch an einem Ort lernen, an dem man sich nicht wohl fühlt?
Der Plan: Ich fahre nach Hause. Dort wollte ich eigentlich erstmal nicht mehr hin, zumindest für zwei Wochen hier bleiben. Denn es ist jedes Mal eine Katastrophe wieder zurück in die Wohnung zu müssen. Daheim ist auch nicht mehr richtig mein zu Hause, auch wenn ich mein altes Zimmer noch habe und es sich noch sehr ähnlich sieht, ist es doch nicht mehr von mir bewohnt. Ich habe das Gefühl kein Zuhause zu haben. Denn es kommt noch ein dritter Ort hinzu, an dem ich mich permanent aufhalte und auch aufhalten will. Nur dass ich dort wirklich nichts für die Uni tue und nur das Leben genieße. Bei meinem Freund in seiner WG und seiner Stadt. Mein Sozialleben leidet darunter, wenn ich andauernd bei ihm bin aber ich kann nicht ohne ihn sein. Wir haben die Ferien fast komplett miteinander verbracht, waren im Urlaub und damit in einer gemeinsamen Wohnung. Es war so schön, dass es mir jetzt noch viel schwerer fällt alleine zu sein, ihn nicht mehr bei mir zu haben. Es ist okay, wenn man beschäftigt und abgelenkt ist. Aber es fehlt einfach, sich nachts an ihn zu kuscheln und morgens mit einer Umarmung aufzuwachen. Es fehlt morgens mit ihm zu frühstücken. Abends mit ihm auf der Couch zu sitzen und Karten zu spielen. Mit ihm spontan spazieren zu gehen, wenn einem nach frischer Luft ist. Der Kontakt über „WhatsApp“ und Co stresst uns. Telefonieren ist auch nicht das wahre. Treffen müssen wir planen, wobei wir eigentlich mehr spontane Typen sind. Zumindest er.
Dass ich noch vor einigen Tagen so glücklich und unbeschwert durch die Gegend gelaufen bin macht das ganze jetzt noch umso unerträglicher.
Wenigstens ein Hoch gibt es, dass ich in der Uni sehr gute Freunde gefunden habe. Ich hätte nur einfach gerne mehr Zeit für sie…
Und zu guter Letzt das große Problem eines jeden Studenten: das Geld und der Job. Ich brauche mehr Geld um mir eine bessere Wohnung leisten zu können. Hier kann ich nicht wohnen bleiben. Wirklich nicht. Aber wann soll ich einen Job noch unterbekommen?

Warum muss das alltägliche Leben nur so kompliziert und belastend sein?