Schreiben

Ich habe auf reingelesen die Blogparade von madameflamusse vielleicht etwas sehr spät entdeckt, dennoch finde ich sie eine wunderschöne Idee. Nachdem ich mir einige der Texte zur Aufgabenstellung aus dem ersten Teil der Blogparade durchgelesen habe, hat mich nun selbst das Fieber erwischt, unbedingt meine Geschichte zum Schreiben festzuhalten.

Ganz klassisch hat bei mir das Tagebuchschreiben mit meinem ersten Tagebuch angefangen, dass ich von meinen Eltern geschenkt bekommen habe. Es waren Pferde darauf und ein blauer Glitzerstift sollte meine Worte auf das grüne Papier bringen. Zu dem Zeitpunkt war ich in der Grundschule und habe Schreiben gelernt. Mit der schönen Rechtschreibung hatte ich zu dem Zeitpunkt allerdings noch keine Freundschaft schließen können (um ehrlich zu sein, bis heute noch nicht). Somit ist es einfach nur eine große Freude dieses Tagebuch zu lesen. Die süßen Geschichten, die einfachen Formulierungen und die kreative Art, die Buchstaben aneinanderzureihen, dass es wenigstens ausgesprochen so klingt, als hätte man es einigermaßen richtig geschrieben, bringen mich jedes Mal zum Schmunzeln.

Ab da an war das Tagebuchschreiben mein Ventil. Ich gab meinem zweiten Tagebuch, auf dem Diddlina zu sehen war, einen Namen und bezeichnete es als meine Freundin. Themen waren meistens Jungs oder Stress mit Freundinnen. Zwei Tagebücher später hat sich daran nicht viel geändert. Doch mittlerweile bemühe ich mich, mehr Ereignisse herein zu schreiben, die mich berührt haben und mich glücklich gemacht haben. Denn beim Lesen meines letzten Tagebuches habe ich gemerkt, dass ich fast nur negative Sachen hereingeschrieben habe.

Denn mein Tagebuch hilft mir allen voran dabei, meine Probleme und negativen Gedanken verarbeiten zu können. Es dient als Zuhörer, wenn ich niemandem meiner Freunde davon erzählen will. Und es hilft mir, meine absurdesten Gedanken zu erkennen und Probleme zu lösen. Für mich ist Tagebuchschreiben eine Befreiung.

Ich lese auch sehr gerne in meinen alten Tagebüchern und muss immer schmunzeln, wie sehr gerade die aus meiner Jugend an die Romane von Freche Mädchen, Freche Bücher erinnern. Doch ich möchte mich später auch an die Kleinigkeiten in meinem Leben erinnern können, die mir sehr gefallen haben. Deswegen versuche ich auch diese Tage niederzuschreiben.

Wie kam ich dazu mehr zu schreiben, als nur mein Tagebuch?

Was diesen Punkt angeht bin ich mir nicht hundert Prozent sicher. Doch mein großer Dank hierbei geht an meine Deutsch-Lehrerin aus der fünften und sechsten Klasse. Sie gab uns die Aufgabe, eine Geschichte zu einem Bild zu schreiben. Wir sollten uns demnach in ein vorgegebenes Bild hineindenken.

Kurz darauf war mir an einem verregneten Abend daheim totlangweilig. Ich grübelte vor mich hin und mir viel die Aufgabe wieder ein. Ich schlug mein Deutschbuch auf und suchte nach einem weiteren Bild. Als ich mit der Geschichte fertig war, zeigte ich sie meiner Mutter. Ihr Danke ich ebenfalls dafür, dass sie mich lobte und mich ermutigte weiter zu machen. Ich dachte mir eine Rahmengeschichte aus und schrieb weiter. Doch wie Kinder nun mal sind, irgendwann verlor ich das Durchhaltevermögen (wobei sich daran nicht wirklich viel geändert hat im Laufe meines Lebens). Die Lust aufs Schreiben verlor ich aber zum Glück nicht. Ich weiß nicht genau in welchem zeitlichen Abstand es war, aber ich ließ bald darauf meine erste Buchidee in mir heranreifen, die ich auch in Worte, Sätze, und sogar Kapitel fasste. Irgendwann wurde mir das ganze leider zu chaotisch und die zum Korrekturlesen ausgedruckten Seiten verschwanden in meiner Schublade. Zwei weitere Buchideen folgten.

Im Laufe der Zeit hatte ich eine Internetcommunity entdeckt. Hier landete ein Haufen meiner Texte. Mir gefiel der Gedanke, dass andere Menschen meine Texte lesen und kommentieren konnten. Auf dieser Plattform machte ich auch Bekanntschaft mit einem Herausgeber. Er schrieb mich an und fragte mich, ob ich Lust hätte an einem Gemeinschaftsprojekt zu arbeiten. Ich war hin und weg und sagte sofort zu. Kurz darauf bekam ich meine Schreibaufgabe. Zugegeben, es war eine schwere Geburt, die Kurzgeschichte zum Thema Fantasy zu verfassen. Das Problem: Ich hatte nie zuvor wirklich Fantasy geschrieben. Aber dadurch bin ich auf den Trichter gekommen, mein Schreibgenre auszuweiten. Der Prozess der Buchveröffentlichung war mit ewigem Warten verbunden. Aber dies zahlte sich aus, irgendwann war das Buch draußen und auf Amazon erhältlich. Ich dachte, ich hätte den Durchbruch geschafft mit meinen Schätzungsweise 15 Jahren. Schnell holte mich der tiefe Verkaufspreis auf den Boden der Realität zurück und der Schulstress ein. Auf eine zweite Anfrage hin konnte ich leider keine Geschichte abliefern, denn ich war unter dem Stress nicht kreativ genug. Auch wuchs mein innerer Kritiker immer mehr an und ließ mich jeden Anfang einer Geschichte wieder löschen, weil sie mir nicht gut genug war. Ihn bin ich leider bis heute nicht losgeworden.

Mit dem Studium verlor ich die Zeit und Lust am Schreiben.  Auch mein Blog bekam nicht viele Aktualisierungen. Aber ich habe gemerkt, wie sehr mir das Schreiben gefehlt hat. Es ist wie eine Droge für mich. Nach dem Schreiben geht es mir besser, ich fühle mich freier und bin glücklicher. Ein Seminar in der Uni hat mich wieder dazu gebracht, das Schreiben nicht mehr weg zu lassen. Der Kurs war eigentlich dafür gedacht, dass wissenschaftliche Schreiben zu erlernen, doch es hat mir wieder vor Augen geführt, dass das Schreiben zu mir gehört, wie mein anderes Hobby das Tanzen. Denn diese zwei Dinge machen mich aus und geben mir ein Gefühl davon, Eindrücke von mir auf der Welt hinterlassen zu können.

Hier findet ihr das Buch, bei dessen Veröffentlichung ich 19 war, aber geschrieben habe ich den Text mit 16.

Hier findet ihr die Schreibcommunity, auf der meine Texte zwar noch unter dem Namen Nadjen95 zu finden sind, aber auf der ich nicht mehr aktiv bin. Vielleicht findet ihr ja dort euer neues Zuhause?

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