Fernbeziehung

Lieber X,

ich möchte dir gerne meine Gedanken schreiben. Ich weiß nicht, ob du sie lesen wirst, aber ich versuche nun diese Methode, um mir selber Antworten zu geben.

Ich frage mich warum ich so sehr leide, warum es mir schlecht geht, obwohl ich diejenige bin, die den Grund für unsere Trennung geliefert hat. Warum breche ich heulend zusammen, wenn mir bewusst wird, dass wir uns wirklich getrennt haben?

Wenn ich realisiere, dass es vorbei ist mit uns, bevor es richtig angefangen hat. Denn jetzt stehen wir an dieser Abzweigung, an der jede Beziehung steht. Bisher war es eine traumhafte und vorwiegend positiv erfüllte Beziehung. Es gab natürlich auch kritische Situationen, Unstimmigkeiten und Auseinandersetzungen, jedoch nicht viele. Aber so kann eine Beziehung nicht bleiben. Deswegen kommt man an diesen Punkt, an dem es heißt, kämpfen oder aufgeben. Ich habe mich für das Aufgeben entscheiden, um dir nicht noch mehr weh zu tun. Ich bin einfach momentan noch zu schwach und unsicher, um wirklich so sehr zu kämpfen, wie es nötig wäre. Und ich möchte diese Phase nicht unnötig in die Länge ziehen.

Ich bin mir trotzdem unsicher über diese Entscheidung. Die Beziehung zwischen uns ist besonders und wundervoll. Ohne dich fühle ich mich verloren in der Welt. Aber vielleicht ist das mit ein Grund, warum ich nicht bereit bin, momentan länger mit dir zusammen zu bleiben. Weil ich selber noch so jung und unerfahren bin. Ich muss erstmal mit mir selber und der Welt alleine klar kommen. Ich habe mich sehr schnell mit anstrengenden und kritischen Situationen zwischen uns überfordert gefühlt. Das sollte nicht der Fall sein.

Außerdem frage ich mich, ob wir wirklich aufeinander passen wie zwei Puzzlestücke. Die Antwort darauf habe ich noch nicht gefunden und ich weiß auch nicht, ob diese Bedingung erfüllt sein sollte, um eine glückliche Beziehung zu führen.

Andauernd erscheinen Bilder vor meinem inneren Auge. Von Momenten mit dir und mein Herz schreit nach Wiederholung. Doch eine Beziehung kann nicht auf solchen besonderen Momenten aufbauen, die außerhalb von Alltagssituationen entstanden sind. Man muss auch im Alltag zusammen glücklich sein können. Aber unser täglicher Ablauf ist so unterschiedlich und weit entfernt voneinander. Es geht nicht, dass wir unsere Leben integrieren. Einer von uns müsste sein Leben aufgeben und sich in das des anderen einleben. Und das möchte ich nicht.

Aber wenn ich daran denke, dich irgendwann mit einer anderen an deiner Seite zu sehen, wird mir schlecht. Ich habe das Gefühl, mein Herz lässt diese Entscheidung nicht an sich heran. Es verweigert unsere Trennung zu akzeptieren. In meinem Kopf fahren die Gedanken Karussell und ich werde wohl noch eine Weile brauche, um herauszufinden, was die richtige Entscheidung gewesen wäre.

Ja, ich meine es ernst, dass ich momentan sage ich brauche ein längere Pause von unserer Beziehung. Ich fühle mich noch nicht bereit, an einer Zukunft mit dir zu arbeiten oder überhaupt daran zu denken. Aber man weiß nie, was in dieser Zeit passiert, deswegen ist es richtig von dir gewesen zu sagen, du wirst nicht auf mich warten.

Ich würde dir so gerne schreiben, aber ich möchte dich erstmal in Ruhe lassen. Ich warte darauf, dass du dich meldest. Und wenn du das hier gelesen haben solltest, ist es deine Schuld, dass du auf meinen Blog gegangen bist.

Nadjen

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