Auslandssemester?

Eigentlich wollte ich heute unbedingt über das Drama mit meiner neuen Wohnung schreiben. Ich befinde mich nämlich mitten in einer WG-Neugründung und mit der neuen Wohnung, also mit Verwalterin und Vermieterin, gibt es schon seit einem Monat nur Chaos und Probleme.

ABER ich will wieder positiver leben, oder es zumindest versuchen. Deswegen möchte ich heute über einen Gedanken schreiben, der mir nicht mehr aus dem Kopf geht. Der mir zwar Angst macht, der mich aber auch mit Vorfreude und Aufregung erfüllt.

Wie die Überschrift schon verrät: Es geht um ein Auslandssemester.

Vor dem Studium war mir klar: Ich werde auf jeden Fall ein Semester im Ausland verbringen, nachdem das schon mit einem Freiwilligendienst im Ausland nicht geklappt hatte. Ich wollte mich sofort darum kümmern, das ganze soweit wie möglich planen. Doch wie das so ist, lässt man es dann doch schleifen. Mich haben aber auch die Partneruniversitäten nicht so überzeugt und bei der Recherche nach einer geeigneten Universität hat mich dann die Motivation verlassen, da es anscheinend schwierig ist, das ganze komplett alleine zu organisieren.
Aber ich hatte nur nach englischsprachigen Ländern geschaut. Weiterlesen

Jobsuche

Seit einer Stunde scrolle ich durch diverse Online-Jobportale. Je öfter ich weiter klicke und je mehr Stellenanforderungen ich mir durchlese, desto unmotivierter werde ich.

Es fängt jedes Mal gleich an. Ich träume von etwas, das ich mir leisten möchte. Eine neue coole Hose. Winterschuhe. Schminke. Ein teureres Geschenk für meinen Freund. Lindt-Pralinen für meine Mum. Einen Urlaub. Oder ich denke daran, dass ich ab dem nächsten Monat unglaublich viel Miete zahlen muss und meinen Eltern nicht noch mit Internet und GEZ-Gebühren auf der Tasche liegen will. Ich möchte mein eigenes Geld verdienen und auch ausgeben. Einen ersten Schritt in die Arbeitswelt machen. Erfahrungen sammeln. An meine Grenzen stoßen und sie ausdehnen. Nicht mehr in meiner kleinen behüteten Welt wohnen. Doch dafür muss mir jemand die Chance geben, einen Schritt in diese Richtung zu gehen. Ja, ich habe bisher noch in keinem Modeladen gearbeitet. Genauso wenig wie in jedem anderen Laden. Ich habe diese Erfahrung nicht, die zwar in der Stellenausschreibung nur als gewünscht ausgeschrieben wird, doch im Nachhinein eigentlich Pflicht ist. Dass ich total gerne mit Menschen in Kontakt trete und mich total darüber freuen würde, andere zu beraten, das kann ich noch so oft in mein Anschreiben schreiben. So lange die erwünschten Tätigkeiten mit keinem Wort in meinem Lebenslauf erwähnt werden, werde ich den Job nicht bekommen. Lädt das nicht zum Mogeln ein?
Gebt mir doch einfach eine Chance. Ich kann Sachen lernen. Irgendwann muss jeder einmal anfangen. In den meisten Jobs werden gute bis sehr gute Excel Kenntnisse vorausgesetzt. Es gibt Kurse dafür. Auch das kann man lernen. Woher soll ich diese Kenntnisse haben? Ich habe ja schließlich keinen Job und kein Geld, mir einen Kurs zu leisten. Selbst wenn ich das könnte fehlt mir im Nachhinein die praktische Erfahrung damit. Genauso wie photoshop. Man muss täglich mit solchen Programen abreiten, um sie zu beherrschen. Gebt mir eine Chance und Zeit. Nur Zeit, das hat kein Unternehmen mehr heutzutage.
Dann kommt hinzu, dass ich wegen meines Vollzeitstudiums gerade mal 10 Stunden die Woche arbeiten kann. Und das auch nur, wenn der Samstag inklusive ist.

Aber irgendwie ist es doch möglich. Es muss möglich sein. Ich werde einfach weiter jede Nacht nach Stellenanzeigen suchen und auch in der Stadt die Augen offen halten. Irgendjemand wird mir eine Chance geben. Oder?

Selbstwertschätzung

Endlich habe ich zusammen mit einer sehr guten Freundin eine Wohnung gefunden! Fehlte also nur noch der dritte Mitbewohner, das wir uns ein lockeres und lustiges WG Leben wünschen und nicht in einer zweier WG wohnen wollten.

Also hatten wir gestern und vorgestern ein WG Casting gemacht. Die Bewerber erzählten uns von ihnen, von ihrem Leben und von ihren Vorstellungen vom gemeinsamen Wohnen. Doch Fakten allene sagen wenig über die Person aus. Also habe ich versucht, mehr zu erfahren, tiefer zu gehen, spannende und einzigartige Geschichten zu entdecken. Denn diese sagen oft viel über einen Menschen aus. Wie ist er drauf? Was traut er sich zu? Was hat er schon cooles gemacht?

Ich habe auch Geschichten bekommen. Doch ich konnte keine Geschichten geben.

Natürlich wollten die Bewerber auch etwas über mich und meine Freundin erfahren. Wir studieren dasselbe und sind gleich alt. Da konnte ich schon einmal nichts anderes erzählen, als sie auch. Sie spielt Handball seit vielen Jahren und hat das natürlich immer erzählt. Diese Mannschaftssportart sagt viel über sie aus. Außerdem spielt sie auch noch Klavier. Auch davon konnte sie erzählen.
Dann wanderte der Blick zu mir und ich musste erzählen. Und ich wusste nicht was. Ich wusste es wirklich nicht. Momentan gibt es nichts, was mich auszeichnet. Nichts, bei dem ich mit 100 Prozent dahinter stehe. Nichts, auf das ich stolz bin von meinen jetzigen Taten.

Ich bin kein langweiliger Mensch. Ich gehe gerne raus, reise oft und habe schon viele Städte gesehen. Allerdings nur in Europa und die meisten in Deutschland. Das ist nicht interessant. Diese Städte sieht jeder irgendwann mal. Dann habe ich Showtanz gemacht. Viele Jahre. Das war es, worauf ich stolz war. Ich habe zwar meistens über die vielen Auftritte geschimpft und die weniger Zeit, die ich dadurch hatte, aber ich war auch Stolz, wenn ich erzählen konnte, dass ich so einen Großteil meiner Freizeit verbringe. Damit, auf der Bühne zu stehen und mein Können zu präsentieren.

Vor einiger Zeit habe ich in der Tanzschule Standart Tanzen gelernt, war sogar im Gold Kurs. Doch das ist auch mittlerweile zu lange her, um damit zu prahlen. Denn ich kann es bestimmt nicht mehr so gut.

Mein neuer Plan ist es, einen Studentenjob zu bekommen. Damit ich wenisgtens sagen kann, cih verdiene mein eigenes Geld. Darauf werde ich dann stolz sein.

Eine Sache ist mir dennoch gerade eingefallen, die mich glücklich macht und mich doch etwas bestätigt in meiner Persönlichkeit und die mir zeigt, so langweilig kann ich dann doch wieder nicht sein. Ich habe einige Freundschaften hier in der neuen Stadt geknüpft. Vor allem enge Freundschaften. Ich habe sie nicht nur direkt im Studium gefunden sondern auch beim Hochschulsport oder bei Seminaren, die ich an der Hochschule belegt habe. Jeder von ihnen macht mein Leben hier bunter. Und wenn ich erstmal in meiner neuen WG wohne, dann wird es sehr bunt. Dann fehlt eben nur noch ein Job.