Party

„Bist du auch heute Abend eingeladen?“, die Frage stellte mir eben meine Kommilitonin. „Viel Spaß heute Abend, voll doof, dass ich nicht kann.“ Höre ich hinter mir die eine zur anderen sagen. Alle reden über die Party heute Abend von zwei Kommilitonen. Wir sind ein recht kleiner Studiengang. Durchaus überschaubar. Deswegen sind viele von uns eingeladen. Nur ich nicht.

Das kommt mir bekannt vor. Es gibt die Coolen, die bei allem dabei sind, und es gibt mich. Ich verstehe mich mit den Leuten. Bin aber nie bei irgendwas eingeladen, bei dem viele dabei sind.
So etwas tut weh und demotiviert mich mich sozial einzubringen. Fragen wie, was mache ich falsch? Was ist anders an mir? Warum bin ich nicht dabei? Warum ist meine Freundin eingeladen und ich nicht?
Mittlerweile sollte ich über so etwas drüber stehen können. Zu oft gab es diese Situationen. Ich bin eben eine Person, die ist eng mit wenigen befreundet und nicht weniger mit vielen. Das ist nun mal so und ich fahre gut damit. Große Gruppen mag ich sowieso nicht so gerne, ich gehe da zu sehr unter. Wenn ich mich dann auch noch nicht wohl fühle in der Gruppe, dann ist es noch schlimmer. Wenn ich nicht jede Person sehr gut kenne, wenn ich nicht weiß, dass mich die Leute mögen bin ich nervös und strenge mich an, dass sie mich mögen. Das ist stressig und tut mir nicht gut.
Also sollte ich ja eigentlich froh sein, dass ich nicht eingeladen bin. Es ist zeitlich sowieso nicht passend. Außerdem scheinen sie in einer Kellerbar zu feiern. Das bedeutet es ist eng und stickig. Und das letzte Mal als ich in einem kleinen Club tanzen war habe ich eine Panikattacke bekommen. Oder jedenfalls nah dran. Weil es so eng war und ich nicht mehr raus kam. Ich konnte mich nicht wehren, war in einer Gruppe drin und alle sind gesprungen. Das war schrecklich. Und neulich ist es mir wieder passiert. Ich kam aus einer Stuhlreihe nicht heraus, weil sich alle Stühle verkeilt hatten und es sehr eng war und ich sollte den Raum schnell verlassen. Dass ich nicht fluchtartig herauskam hat mich in Panik versetzt.

Naja, dann mache ich heute mal einen ruhigen Abend. Ich denke, es wird mir besser gehen als wenn ich feiern gehen würde auf dieser Party. Wo ich eh nicht eingeladen bin.